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Bericht über unseren 8. OP-Einsatz in Nordkamerun vom 18.10. bis 1.11.2019.

Seit der Gründung von HAMAMI – Schenk ein Lächeln e.V. in 2015 reisen wir mit ehrenamtlich tätigen OP-Teams jedes Jahr an Ostern und im Oktober von Deutschland nach Kamerun. 2019 war eine Ausnahme, da unser Ostern-Einsatz aufgrund politischer Unruhen im Land abgesagt werden musste. Im Herbst schien die Sicherheitslage stabil genug für unseren OP-Einsatz im Norden Kameruns. Dank der großzügigen Geldspende von Interplast Bad Kreuznach im September konnten wir unseren Herbst-Einsatz schließlich realisieren.

Am Freitag, 18. Oktober 2019, flogen die Chirurgen Houma Kustermann, Jürgen Lichtenstein und Lars Geier, die Anästhesisten Elke Polz und Gerhard Bucher, Zahnarzthelferin Simone Dembélé sowie Fotograf Karsten Koch von Frankfurt nach Yaoundé, in die Hauptstadt Kameruns.

Mit uns reisten 19 nächtens im HAMAMI e.V. Büro in Rottweil gepackte Kisten, Koffer und Taschen voller OP-Materialien und gespendeter Hilfsmittel wie 125 Meter selbstauflösende OP-Nahtfäden von Serag-Wiessner, 350 Spezialsauger von NUK, oder von Aesculap wieder sorgsam gewartete OP-Instrumente.

Gleich nach unserer Landung sichteten wir erste Patienten in Yaoundé, dann reisten wir im inzwischen vertrauten Nachtzug weiter nach Ngaoundéré. Am Sonntag erreichten wir unser Ziel, die Clinique Islamique de Ngaoundéré. Es war herzbewegend zu erleben, wie sehnlich wir von den kleinen Patienten und ihren Familien erwartet wurden.

Fredy Njimbam, unser kamerunischer Krankenpfleger vor Ort, hatte im Vorfeld 55 zur OP angemeldete Kinder gescreent. Manche waren zu leicht oder körperlich zu instabil, um operiert zu werden. Am Tag unserer Ankunft untersuchten unsere Chirurgen und Anästhesisten 44 Kinder im Hinblick auf eine OP. Am Montag starteten wir mit den ersten OPs. Ab Dienstag operierten wir mit 12 Helfern hoch effektiv an zwei Tischen parallel. Am Ende der ersten Woche versorgten wir bereits 19 frisch operierte Mädchen und Jungen.

Samstags und sonntags wird im Hôpital nicht operiert. Doch wie jeden Tag visitierten wir alle Patienten und konnten die ersten bereits entlassen. Von Montag bis Mittwoch führten wir weitere Operationen durch und fingen eine Wundheilungsstörung ab.

Während wir operierten, wiesen Ernährungsberater die Patienten-Eltern ein in die Handhabung der von NUK gespendeten Spezialsauger. Dank dieser wertvollen Ernährungshilfen verhungert kein von uns betreutes LKGS-Kind mehr, nur weil es keinen Unterdruck aufbauen kann.

Insgesamt konnten wir an 8 OP-Tagen 24 Kinder mit Lippen- und Gaumenverschlüssen, sowie kombinierter Lippen- und Gaumenspalte operieren.

Am Donnerstag, 31. Oktober, verabschiedeten wir alle Patienten und ihre Familien. Die Kosten für deren teils mehrtägige An- und Rückreise konnten wir dank einiger Geldspender auch diesmal wieder voll finanzieren. Abends traten wir spürbar leichter bepackt unsere eigene zweitägige Rückreise an und erreichten Rottweil am Sonntag, 1. November.

Ganz oben auf unserer OP-Warteliste stehen alle Kinder, die im Oktober nicht in der Verfassung für eine OP waren. Sie werden aktuell von Fredy Njimbam betreut und mithilfe der Spezialsauger aufgepäppelt. So hoffen wir auch diesen kleinen Patienten beim nächsten Einsatz an Ostern 2020 mit einer Operation helfen zu können.

Angesichts des großen OP- und Behandlungsbedarfs wünschen wir uns dringlich weitere Unterstützung durch ehrenamtliche OP-Helfer, sowie Finanzmittel für die Anschaffung eines eigenen Patiententransportfahrzeugs und die Einrichtung eines ganzjährig geöffneten Behandlungszentrums zunächst innerhalb der Klinik von Ngaoundéré.

Herzlichen Dank an jeden einzelnen unserer Unterstützer. Ihre Hilfe hat 28 Kindern und ihren Familien ein Lächeln und ein leichteres Leben geschenkt.

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